ARTENVIELFALT

Artenvielfalt ist die zentral Messgröße des Naturschutzes und ein Indikator dafür wie und ob wir im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften. Der Artenvielfalt soll hier besondere Aufmerksamkeit bekommen. Jeder der Mithilft ist willkommen. Jeder Hinweis wichtig. Das Bild zeigt den Großen Eichenbock (oder Heldbock, lat. Cerambyx cerdo). Er steht auf der Roten Liste Baden-Württemberg als "vom Aussterben bedroht", und hat auf der Rheininsel eine Zuhause gefunden.

Warum gerade Artenvielfalt?

Als ehemaliger Hundebesitzer kenne ich den Konflikt sehr gut. Ein Hund sollte frei laufen dürfen. Die meisten von uns, wie auch ich, verbringen viel zu viel Zeit in klimatisierten Räumen und vor und mit elektronischen Geräten. Der Bezug zur Natur geht uns immer mehr verloren. Natürlich sollen wir auch die Natur zur Erholung nutzen dürfen. Egal ob mit Hund oder Mountainbike oder auf irgendeine andere Art, jeder hat ein Recht an und in der Natur.

Trotzdem sollten wir auch den anderen Aspekt beachten. Wir verbrauchen Jahr um Jahr neue Natur. Und jedes Mal, mit jedem Kubikmeter Beton, geht so wertvolle Artenvielfalt verloren. Ohne Artenvielfalt, keine Natur. Ohne Natur, kein Mensch. So einfach. Dabei findet der Naturverbrauch nicht nur durch Brandrodung im Amazonas oder durch Raubbau in fernen Ländern statt, sondern hier direkt vor unserer Tür. Wir brauchen immer neue Verkehrswege für immer mehr Autos: die B535 (ca. 5km x 12m). Junge Familien suchen Baugrundstücke: Ketsch, Fünfvierteläcker (200 Grundstücke). Viele wollen günstig und ökologisch heizen: die Wälder um uns herum werden jedes Jahr ausgebeutet und sind keine Naturrefugien mehr, sondern Holzplantagen. Das ist alles auch notwendig. Aber eben nur "auch". Und immer gibt es ein Interesse, eine Gruppe, eine Person, die profitiert. Und selbst das kritisiere ich nicht, denn es ist Teil unserer modernen und technisierten Gesellschaft, von der ich auch ein Teil bin.

Wenn wir aber neben diesem enormen Verbrauch von Natur, nicht ganz entschieden und konsequent auch Natur und Artenvielfalt bewahren oder neu entstehen lassen, dann ist sie eines Tages unwiederbringlich verschwunden. Zum großen Schaden der uns folgenden Generationen. Dann können wir bald nur noch in Zoos viele Arten bestaunen. Aber eben keine Artenvielfalt und keinen Sandlaufkäfer mehr, der im Hirschackerwald bzw. auf den Sandflächen seine Heimat findet. Der Sandlaufkäfer ist hier Repräsentant der Artenvielfalt. Und die Artenvielfalt ist Garant für eine intakte Natur. Was wollen wir unseren Enkeln und Urenkeln denn sagen, wenn sie uns fragen, was ein Sandlaufkäfer ist, und warum es ihn nicht mehr gibt? Sollen wir dann antworten: ich musste doch mit dem Auto zur Arbeit fahren? Ich musste doch irgendwo mit dem Hund spazieren gehen? Ich musste doch das Haus heizen und irgendwie Geld verdienen? Das sind alles zu einfache Antworten. Etwas mehr Fantasie müssen wir schon bemühen. Wir werden es auch nicht in ein oder zwei Generationen schaffen. Aber im Hirschackerwald und vielleicht auch auf der Rheininsel Ketsch können wir einmal sagen, hier haben wir Natur bewahrt, und hier haben wir wenigstens etwas richtig gemacht.

 


DIE ROTE LISTE

eine Zusammenfassung (Stand: 2017) finden Sie in der Tabelle:


Hier die ersten Tiere und Pflanzen, die auf der Roten Liste BW als gefährdet eingestuft sind, von denen es schon Bilder auf dieser Seite gibt:

 

 

Aal, europäischer,  Anguilla anguilla, 2 stark gefährdet, Fundort: Monsterloch

Großer Fuchs Nymphalis polychloros 2 stark gefährdet

Kreuzkröte Bufo calamita 2 stark gefährdet

Heldbock, Eichenbock, Cerambyx cerdo, 1 vom Aussterben bedroht!

 

 

Insegsamt sind auf dieser Web-Seite folgende Arten zu finden (Stand 3.3.2017):